FDP KV Neuburg-Schrobenhausen - 3. Gymnasium im Landkreis, ein Wahlkampfthema

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  • 3. Gymnasium im Landkreis, ein Wahlkampfthema

    (03.11.2010)  

    21.02.2008 DK


    Landratskandidaten in Standortfrage uneins

    Neuburg (DK) Sie sind alle dafür. Einstimmig sprachen sich gestern Nachmittag in Neuburg die fünf Landratsbewerber für ein drittes Gymnasium aus. Drei favorisierten den Standort Neuburg. Karola Schwarz hielt auch Schrobenhausen für möglich, Michael Kettner sprach von einer offenen Suche.

    Aufgeschreckt hatte den Elternbeirat des Descartes-Gymnasiums (1450 Schüler) ein Bericht im DONAUKURIER, wonach das benachbarte Studienseminar als Erweiterung in Frage kommen könnte. Josef Konrad (CSU) hatte seinerzeit verlautet, das Kultusministerium verlange einen Standort mit bereits bestehenden Strukturen. Der Elternbeirat – Vorsitzende Anke Habelt – hält davon gar nichts. "Wir sprechen uns für zwei kleinere überschaubare Einheiten aus. Keinesfalls für eine Erweiterung des bestehenden Gymnasiums." Das Studienseminar sei allein schon wegen der Verkehrssituation kritisch zu betrachten.

    Mit dieser Position wurden gestern die Landratskandidaten Josef Konrad (CSU), Michael Kettner (SPD), Roland Weigert (FW), Karola Schwarz (Grüne) und Lothar Klingenberg (FDP) konfrontiert. Alle fünf Bewerber sprachen sich in diesem Zusammenhang ohne Abstriche für den Bau eines dritten Gymnasiums im Landkreis aus. Konrad, Weigert und Klingenberg favorisierten ganz klar Neuburg als Standort, wobei Roland Weigert betonte, er habe nie den Standort Karlshuld ins Spiel gebracht, wie es fälschlich in Presseartikeln geheißen habe. Michael Kettner sprach sich für eine offene Standortsuche aus und Karola Schwarz hielt neben Neuburg auch Schrobenhausen für möglich.

    Als Anke Habelt in kleiner Gesprächsrunde, an der neben den Kandidaten acht Vertreter des Elternbeirats teil nahmen, nach dem Zeitraum bis zur Realisierung fragte, hieß es unisono "möglichst rasch". Zeitlich konkreter konnte und wollte keiner der Bewerber werden.

    Josef Konrad sprach von Kosten dämpfenden Synergieeffekten wie einem gemeinsamen Mittagessen für die Schüler, weswegen das Studienseminar ins Gespräch gekommen sei und davon, dass er mit dem Kultusministerium über dieses Thema gesprochen habe. Der 52-Jährige brachte als möglichen Standort auch die Lassigny-Kaserne in Spiel. Von der habe der Landkreis wegen der Sanierungskosten die Finger gelassen, konterte Lothar Klingenberg. "Unvorstellbar, auf das Gymnasium noch etwas drauf zu pfropfen", sagte Klingenberg mit Blick auf das Studienseminar. Schon jetzt sei die Verkehrssituation "beinahe katastrophal". Eine Erweiterung im Studienseminar sei untragbar. Dass ein drittes Gymnasium nach Neuburg komme, stehe für ihn aber außer Frage. In die Standortsuche müssten aber Eltern und Kinder mit einbezogen werden. Eine für alle transparente Suche ohne von oben aufgepfropfte Lösung forderte auch Roland Weigert und Michael Kettner betonte: "Ich möchte eine offene Diskussion." Er wolle sich nicht auf Neuburg festlegen.

    Konrad hatte eingangs darauf hingewiesen, er habe bereits Anfang September ein drittes Gymnasium als Ziel formuliert, musste sich aber von Roland Weigert sagen lassen, dass es diese Diskussion schon viel länger als den Kandidaten Konrad gebe. In der Tat hat die SPD bereits 1996 eine neue Schule gefordert.

    von K.P. Frank