FDP KV Neuburg-Schrobenhausen - Einbeziehung anderer Religionsgemeinschaften bei Segnungen von Landkreiseinrichtungen

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  • Einbeziehung anderer Religionsgemeinschaften bei Segnungen von Landkreiseinrichtungen

    (07.11.2010)  



     

    Ausschussgemeinschaft

    BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN – DU SOB - FDP

    im Kreistag Neuburg-Schrobenhausen


    Neuburg, den 2. Okt. 2010





    An Herrn Landrat

    Roland Weigert



    Antrag: Kirchliche Segnungen bei Kreiseinrichtungen, Einweihungen usw.

    Hier: Einbeziehungen Geistlicher anderer Religionen bei ökumenischen Segnungen




    Sehr geehrter Herr Landrat,


    bei Einweihungsfeiern in der Vergangenheit fiel uns auf, dass lediglich die beiden christlichen Kirchen (katholische und evangelische) zum kirchlichen Segen hinzugezogen wurden.

    Wir bitten Sie, bei künftigen Einweihungen und Segnungen landkreiseigener Einrichtungen im Rahmen der Ökumene auch Geistliche anderer Glaubensgemeinschaften zu diesen kirchlichen Weihen zuzulassen.



    Begründung:



    1. Neben den christlichen Kirchen haben wir im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen eine Reihe weiterer aktiver Glaubensgemeinschaften, wobei die Muslime als ebenso monotheistische Religion zahlenmäßig nach den Katholiken und den Evangelen die größte Gruppierung darstellen.


    1. Ein kirchlicher Segen z. B. muslimischer Geistlicher wäre für die Integration unserer eingebürgerten Landsleute mit Migrationshintergrund höchst förderlich.


    1. Die Landkreiseinrichtungen wie Schulen, das Schrobenhausener Krankenhaus, Senioreneinrichtungen, Straßen, Rückhaltebecken usw. dienen andersgläubigen Mitbürgern in gleicher Weise wie den Bürgern christlichen Glaubens.


    1. Durch die Beteiligung eines Imams und/oder anderer geistlichen Vertreter anderer Religionsgemeinschaften wäre dem Gleichheitsgrundsatz Rechnung getragen.


    1. Durch den Segen von Geistlichen, die nicht den beiden großen Kirchen angehören, könnte das Wir-Gefühl und das Verantwortungsbewusstsein aller Bevölkerungsgruppen für unsere Kreiseinrichtungen gestärkt werden.


    1. Schließlich hätte die Beteiligung insbesondere der Muslime auch einen erfreulichen Vorbildcharakter und würde deutlich aufzeigen, dass uns die Integrationsbemühungen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen wichtig sind und einen hohen Stellenwert genießen.



    Bei einem Gespräch mit Verantwortlichen der Muslime türkischer Abstammung in Neuburg und Schrobenhausen konnte großes Interesse für eine Beteiligung ihrer Glaubensgemeinschaft festgestellt werden. Ein Pfarrer der katholischen und ein Geistlicher der evangelischen Kirche in Neuburg ließen keine Ablehnung für einen gemeinsamen Segnungsvorgang erkennen, wenngleich über die Vorgehensweise noch Absprachen untereinander erforderlich seien.


    Mit freundlichen Grüßen



    gez. Lothar Klingenberg