FDP KV Neuburg-Schrobenhausen - FH Ingolstadt

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  • FH Ingolstadt

    (07.11.2010)  

    9. 10. 2008 DK


    200 000 Euro für die FH Ingolstadt


    Neuburg (DK) Der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen wird die Erweiterung der Fachhochschule Ingolstadt mit 200 000 Euro unterstützen. Diesen Mehrheitsbeschluss fasste der Kreistag gestern Nachmittag. Zuvor hatte Ingolstadts OB Alfred Lehmann Solidarität und Kooperation eingefordert.

    Letztlich lehnten nur Horst Gutjahr (SPD) und Karola Schwarz (Grüne) den Zuschuss für die Erweiterung der FH ab. Alle anderen Kreisräte hoben in der Cafeteria der Lebenshilfe-Werkstätte an der Nördlichen Grünauer Straße die Hand für eine finanzielle Geste der Solidarität mit Ingolstadt, mit dem Hochschulstandort und der jungen Generation. "Wir werden als Region erfolgreich sein, oder nicht erfolgreich sein", hatte sich Ingolstadts OB Alfred Lehmann zuvor gegen jede Form der Kleinstaaterei gewandt. "Wir können nicht immer an der Grenze den Zaun hochziehen", betonte er. Lehmann als Vorsitzender der Lebenshilfe in der Region 10, war Hausherr und Gast zugleich, als der Kreistag gestern in den Werkstätten in Neuburg zusammentrat. Die Kreisräte hatten dabei Gelegenheit, die Einrichtung zu besichtigen, in der 180 Menschen mit Behinderungen und 30 weitere Mitarbeiter tätig sind. Fünf Millionen Euro hat die Lebenshilfe in den vergangenen Jahren in Neuburg investiert, um zu erweitern und zu modernisieren. "Ein sehr gutes regionales Kooperationsmodell", befand Landrat Roland Weigert.

    Um Kooperation ging es auch in der FH-Frage. Die Fachhochschule Ingolstadt wird erweitert. Die Staatsregierung erwartet von Kommune und Landkreisen eine Beteiligung in Höhe von drei Millionen Euro. 200 000 davon entfallen auf Neuburg-Schrobenhausen. Dafür werden in den kommenden Jahren etwa 5000 Studenten an der FH auf ein qualifiziertes Arbeitsleben vorbereitet – etwa 150 Prozent mehr als heute. "Ich denke, Kooperation ist das Gebot der Stunde", betonte Lehmann. Das Grundstück sei gekauft. Der Wettbewerb laufe. "Der Punkt of no return ist damit erreicht."

    Dass es sich um eine freiwillige Leistung des Landkreises handle, merkte SPD-Fraktionschef Anton Krammer an. Schließlich sei der Hochschulbereich Aufgabe des Freistaates. Als einziger in der SPD-Riege lehnte Horst Gutjahr ab. Mit dem Zuschuss würden "sachfremde Aufgaben in der Region aus Mitteln der Kreisumlage finanziert", argumentierte Gutjahr. Karola Schwarz (Grüne), die ebenfalls ablehnte, begründete ihre Haltung nicht weiter. Karl-Heinz Stephan (CSU), Hans Scholz (FW) und Lothar Klingenberg (FDP/Grüne) versicherten im Namen ihrer Fraktion ihre Zustimmung. Beim zweiten Bauabschnitt der FH-Erweiterung wird der Landkreis in der Konsequenz ein weiteres Mal in die Kasse greifen müssen.

    Dafür wird er in eine eigene Papiertonne kein Geld investieren. Der Kreistag schloss sich den Vorgaben von Werk- und Kreisausschuss an, die derzeit keinen Handlungsbedarf sehen. Das Bringsystem ist die wirtschaftlichste Form, weil die Bürger das Papier sortenrein auf die Wertstoffhöfe fahren. Sich jetzt mit einer eigenen Tonne in den Wettbewerb mit Privatunternehmen zu stürzen, so hat es ein Gutachten ergeben, wäre ein Draufzahlgeschäft. Kostenrechnend wäre es für den Landkreis nur dann gewesen, wenn er bereits vor Jahren mit einem eigenen System bei hohen Papierpreisen und dem Anschluss aller Haushalte in das Sammelgeschäft eingestiegen wäre.


    von K. P. Frank