FDP KV Neuburg-Schrobenhausen - Kreishallenbad - Folgen der Gebietsreform der 70er Jahre

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  • Kreishallenbad - Folgen der Gebietsreform der 70er Jahre

    Hallenbad Neuburg

    (04.11.2010)  

    14.11. 2008 NR


    Hallenbad: Gibt es Schadensersatz?


    von Harald Jung


    Neuburg-Schrobenhausen Das Kreishallenbad Schrobenhausen wird nach Ansicht einiger Kreisräte mindestens ein halbes Jahr geschlossen bleiben müssen. Wie berichtet, musste das Bad Knall auf Fall zugemacht werden, weil Regenwasser in die Elektroinstallation eingedrungen ist.

    Ausschlaggebend dafür sind nach erster Einschätzung laufende Sanierungsarbeiten am Dach gewesen. Die Firma hatte die Dachhaut großflächig entfernt - dann kam der ergiebige Regen. Nun wird geprüft, ob man das Bauunternehmen zur Kasse bitten darf, wobei Kreisrat Michael Schmidl bei diesem Punkt einhakte: Man habe die Dachsanierung bereits im Frühjahr beschlossen und er habe damals bereits gesagt, „dass wir das im Sommer machen müssen. Jetzt ist es doch Herbst geworden!“ Kreiskämmerer Klaus Hopp-Wiel, der auch für die Liegenschaften verantwortlich ist, betonte, dass die erste Schätzung über 200 000 Euro nicht ausreichte. Weil dann sogar 380 000 Euro zur Generalsanierung des erst vor gut 20 Jahren bereits sanierten Daches notwendig wurden, habe man neue Beschlüsse gebraucht, das hätte zu Verzögerungen geführt. Im Übrigen schnitt Schmidl noch die laufenden technischen Überprüfungen an: „In meiner Landwirtschaft kommt die Berufsgenossenschaft jedes Jahr und schaut jeden FI-Schalter nach. Ist das in einem Bad anders?!“ Wie berichtet, hat sich jetzt herausgestellt, dass das Bad auch in den Nassbereichen der Umkleideräume nicht mit Fehlerstromschutzschaltern ausgerüstet ist. Laut Hopp-Wiel seien alle turnusmäßigen Untersuchungen durchgeführt worden. Michael Schmidl kündigte gestern gegenüber der NR noch an, er werde jetzt Einblick in alle Prüfberichte beantragen.

    Hans Scholz von den Freien Wählern schnitt außerdem eine fehlende Brandschutzwand an, deren Nichtvorhandensein jetzt erst durch die ganze Misere aufgefallen sei. Trotz allem dürfe man jetzt nicht „mit Halbwissen einen Popanz aufbauen“. Das Bad sei reparabel. Das wiederum sieht Lothar Klingenberg (FDP) ganz anders. Er warnte mit Blick auf Neuburgs Hallenbadmisere: „Nicht, dass wir uns da zu Tode sanieren.“ Man solle auch Abbruch und Neubau prüfen. Mitte Dezember wird man mehr wissen, denn dann liegt der vorläufige Schadensbericht vor.

    Der Landkreis prüft nun, ob man nicht einen „Bäderbus“ zwischen Schrobenhausen und Neuburg finanzieren kann. Das Personal in Schrobenhausen ist laut Reinhold Bauch von der Personalverwaltung jetzt neu untergebracht. Dabei halfen auch Nachbarlandkreise und andere Kommunen aus, darunter auch die Stadt Neuburg.

    Mehr Personal für die Liegenschaftsverwaltung

    In Zusammenhang mit der Misere dankte Landrat Roland Weigert ausdrücklich der Liegenschaftsverwaltung mit dem Kreiskämmerer an der Spitze für die gute Arbeit. Gleichzeitig gab Weigert bekannt, dass ihn Hopp-Wiel um mehr Personal für technische und auch kaufmännische Bereiche der Gebäudeverwaltung gebeten habe. Dieser Bitte müsse man nachkommen, forderte Weigert Unterstützung vom Kreistag.




    14.11.2008 DK


    Mit dem Badebus nach Neuburg


    Neuburg (DK) Die Stadt Neuburg will den Schrobenhausener Vereinen nach der Havarie des dortigen Hallenbades mit einer Übernahme von Personal helfen. Außerdem soll eine Buslinie zum Parkbad eingerichtet werden.

    Der Vorschlag kam von Neuburgs Oberbürgermeister Bernhard Gmehling, als am Donnerstag im Kreisausschuss der Sachstandsbericht zum Schrobenhausener Hallenbad auf der Agenda stand. Wie berichtet, ist das wegen technischer Mängel derzeit geschlossen – und dürfte es wohl noch ein halbes Jahr bleiben. Vereine, die auf das Bad angewiesen sind, sollen nun in Neuburg Hilfe bekommen. "Sie können bei uns im Hallenbad trainieren", versprach Gmehling. Einen Stadtbus als Pendler zwischen Schrobenhausen und Parkbad einzusetzen, sei aus rechtlichen Gründen leider nicht möglich.

    Sollten Landkreis und Stadt Schrobenhausen allerdings einen Pendelverkehr einrichten, werde sich die Kreisstadt finanziell daran beteiligen. Außerdem sollen zwei Mitarbeiter des Schrobenhausener Bades in Neuburg eingesetzt werden, um ihnen übergangsweise eine Arbeitsstelle bieten zu können. Nach Aussage von Personalchef Reinhold Bauch ist man optimistisch, dass alle Mitarbeiter in der näheren Umgebung unterkommen bis das Schrobenhausener Bad wieder in Betrieb gehe.

    Was der Pendelverkehr kosten wird, wurde nach Aussagen von Landrat Roland Weigert noch nicht errechnet. Nun sollen Angebote bei einem Busunternehmer und dem Fahrdienst des Roten Kreuzes eingeholt werden.

    Die Schäden im Schrobenhausener Bad werden derzeit erfasst. Bis Mitte Dezember rechnet der Landrat, müsste das Sachverständigen-Gutachten vorliegen. Dann werde man sehen, "was zu reparieren ist, was soll und was ganz schön wäre". Bis dato besteht der nachweisbare Schaden laut Hans Scholz (FW) darin, "dass zwei Lampen heruntergefallen sind". Klar ist allerdings, dass das Dach einer Generalsanierung bedarf. Dafür waren anfangs 200 000, später 380 000 Euro vorgesehen, berichtete Kreiskämmerer Klaus Hopp-Wiel. Dann hat es bei offenem Dach eingeregnet. Nun weiß niemand so recht, was alles kaputt und wer eigentlich schuld ist.

    Vorsichtshalber ließ Landrat Roland Weigert die Halle sperren, damit niemand zu Schaden kommt. "Mich irritiert, wenn da technische Mängel sind. Wird das Hallenbad nicht überprüft", wollte Michael Schmidl (CSU) wissen. Diesen versteckten Vorwurf wollte Hopp-Wiel nicht auf sich sitzen lassen. "Jährlich werden 50 000 bis 60 000 Euro in Instandhaltung und Überprüfung, auch der elektrotechnischen Anlagen, investiert. Wir haben das streng und genau gehandhabt." Das stellte den Landwirt Schmidl nicht zufrieden. "Im Hallenbad gibt es nur einen FI-Schutzschalter, bei mir im Betrieb sind es sieben", hielt er Hopp-Wiel vor (Die Fehlerstromschalter sind seit 1984 in Neubauten und Feuchträumen vorgeschrieben).

    Das Thema Schutzschalter wurde dann nicht weiter diskutiert. Weshalb eine Brandschutzmauer fehlt, weiß niemand und auch sonst ist die Lage diffus. Lothar Klingenberg (FDP) schlug angesichts der Perspektiven vor: "Lieber ein neues Bad bauen, als viel Geld in die Hand zu nehmen, und dann wird’s wieder nichts Gescheites."


    von K.P. Frank