FDP KV Neuburg-Schrobenhausen - Martin Zeil

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  • Martin Zeil

    (07.11.2010)

    DK 27.08.2008


    Nicht auf die Berufspolitik angewiesen


    Neuburg (DK) Umfragen seien das eine, sagte Martin Zeil, Spitzenkandidat der bayerischen FDP für die Landtagswahl bei seinem Auftritt am Dienstag im Neuburger Café Huber. "Aber Wahlergebnisse sind das andere, wie wir als FDP schon oft erleben mussten."

    Bei sieben oder acht Prozent sehen die Meinungsforscher die Partei derzeit, zudem sieht der Generalsekretär der Bayern-FDP seit den Kommunalwahlen eine "Aufbruchstimmung, sowohl innerhalb der FDP als auch bei den Leuten". Um die am 28. September in Stimmen für seine Partei umzumünzen, reist der 52-Jährige von Gundelfingen bis Passau, besucht eine Ingolstädter Brauerei und Neuburg sogar an seinem 25. Hochzeitstag.

    In Neuburg habe er gute Kandidaten ausgemacht, und meint damit den Landtagsdirektkandidaten Philipp Philippson und den Bezirkstagsdirektkandidaten Jörg Reydt. Diplomgrafikdesigner Philippson, 36, will sich für eine Politik einsetzen, "die den Mittelstand in Bayern stärkt", eingeschlossen eine gute medizinische Versorgung auf dem Land und der Erhalt von kleinen und mittelgroßen Betrieben. Reydt, Jahrgang 1957, kennt als Erziehungswissenschaftler "die Tiefen der menschlichen Seele" vom Kindergarten bis zur Erwachsenenbildung und will sich im Bezirkstag für soziale Themen einsetzen, besonders für die gute Ausstattung sozialer Betriebe. "Sie sind qualifiziert und auch nicht auf die Berufspolitik angewiesen – die haben was g’scheit’s gelernt", lobte Zeil. Dies unterscheide die FDP auch von anderen Parteien, wo die Volksvertreter immer von der Praxis redeten, "aber nix zambringen", da es ihnen an der nötigen Erfahrung fehle.

    Das gepaart mit dem Wahlkampfendspurt habe zu den "abenteuerlichsten Vorschlägen" der politischen Konkurrenten geführt: Horst Seehofers Vorstoß für einen Energieniedrigtarif sei da ebenso zu nennen wie die CSU-Forderung nach einer Wiedereinführung der Pendlerpauschale. "Huber hat damals die Einschränkung gefordert. Und jetzt sammeln sie Unterschriften gegen sich selbst – einmalig in Deutschland." In Bayern redeten CSU und SPD so, als seien sie nicht beide Mitglieder der Bundesregierung. "Nur, wenn am 28. September das Signal deutlich ausfällt, wird sich was ändern", sagte Zeil.

    So ließen sich womöglich auch noch Gesundheitsfonds ("Es brennt lichterloh"), neue Erbschaftssteuer und weitere Verluste der Landesbank verhindern. Mit einem vereinfachten Steuersystem und Entbürokratisierung wolle die Partei besonders den Mittelstand stärken, in die Bildung müsse mehr und weitsichtiger eingesetztes Geld fließen. Alle Angebote, wie Ganztagsschulen, sollten aber stets freiwillig sein. Und bei allem müsse sich die Politik fragen: Was muss der Staat zwingend regeln? Gerade bei der Sicherheitspolitik.

    Die Zeit des Absolutismus in Bayern sei vorbei, die CSU mit ihrer Zweidrittelmehrheit überfordert, polterte Zeil: "Was von Beckstein haften bleibt, sind die Rücknahme des Büchergelds und das Rauchergesetz. Ein bisschen dürftig. Die Wähler sind auf dem Sprung, wir müssen dafür sorgen, dass sie zu uns springen."


    von Thorsten Stark