Wertstofftonnengeheimniskrämerei
Warum werden die Verhandlungen im stillen Kämmerlein geführt?
Wird hier gemauschelt?
Will man am Bürger vorbei entscheiden?
Hat jemand etwas zu verbergen?
Was sollte die Veranstaltung im LRA vom 27.1., wenn man damals schon das Angebot vom Dualen System Deutschland kannte?
Ist das die versprochene Transparenz, die vor der Wahl lauthals verkündet worden war?
Den Kreisräten der FDP gefällt diese Geheimnistuerei überhaupt nicht.
Als Kreisrat und als Fraktion fühlt man sich verschaukelt und nicht ernst genommen!
3.2. 2012 13:15 Uhr
Müllsystem
Eine Gelbe Tonne für den Landkreis?
Das Duale System Deutschland hat dem Landkreis offenbar eine Gelbe Tonne angeboten. Alle Leichtverpackung könnten dann vor der Haustüre entsorgt werden. Gestern wurde darüber nicht öffentlich im Werkausschuss diskutiert.
VonClaudia Stegmann
Diese Gelben Tonnen könnten nächstes Jahr auch in Neuburg-Schrobenhausen stehen. Das Duale System hat dem Landkreis offenbar angeboten, die Tonnen kostenlos aufzustellen und sich um die Entsorgung zu kümmern. Gestern Abend wurden die Werkausschuss-Mitglieder mit dieser Idee konfrontiert.
Foto: dpa
Die Wertstoffentsorgung im Landkreis könnte nun doch in Richtung Holsystem gehen. Denn gestern Abend haben sich die Mitglieder des Werkausschusses über die Möglichkeit unterhalten, eine Gelbe Tonne einzuführen – und zwar unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Geheimniskrämerei kann eigentlich nur mit dem jüngsten Gespräch der DSD-Süd zusammenhängen. Vor zwei Wochen haben nach den Worten von Landrat Roland Weigert er und ein DSD-Vertreter über „alle möglichen Optionen“ gesprochen, darunter der von Weigert vorgeschlagene Wertstoffsack und die neue orange Wertstofftonne. Mutmaßlich hat das DSD in diesem Gespräch dem Landkreis auch eine Gelbe Tonne angeboten, denn warum sonst hätte sich der Werkausschuss gestern hinter verschlossenen Türen rund zwei Stunden darüber unterhalten.
Die Stellungnahme, die Willi Riß vom Landratsamt gestern am späten Abend auf Nachfrage der Neuburger Rundschau abgab, deuten außerdem darauf hin, dass es sich um ein konkretes Angebot handeln muss. Denn in der Sitzung ging es um die Option, dass das DSD allen Haushalten im Landkreis kostenlos eine Gelbe Tonne vor die Türe stellt. In den 240-Liter-Gefäßen könnten alle Leichtverpackungen entsorgt werden – von der Nudeltüte über Tetrapak bis hin zu Weißblechdosen und Glas. Der Landkreis müsste sich dann überhaupt nicht mehr um die Wertstoffe kümmern. Das DSD würde dann die Tonnen aufstellen, sie entleeren lassen und sich um die Entsorgung kümmert. Das würde aber auch bedeuten, dass die Tonnen für alle Haushalte verpflichtend wären. Eine alternative Entsorgung auf einem der Wertstoffhöfe wäre dann nicht mehr möglich, machte Riß deutlich.
Im Umkehrschluss würde das aber auch bedeuten, dass die Wertstoffhöfe in dem jetzigen Ausmaß nicht mehr benötigt würden. Denn im Grunde genommen müsste dort nur noch Sperrmüll, Elektroschrott, Grüngut und Papier (für all jene, die weder eine private noch kommunale Papiertonne haben) gesammelt werden. Selbst stoffgleiche Nichtverpackungen, also alle Plastikteile ohne den Grünen Punkt, dürften in keinen nennenswerten Mengen mehr auf dem Wertstoffhof landen. Denn die Erfahrungen der DSD hätten gezeigt, dass auch die Plastikschüssel und der Zahnputzbecher in der Gelben Tonne landen, selbst wenn sie dort nicht hingehören.
Ausführliches zu diesem Thema lesen Sie in der Freitagsausgabe der Neuburger Rundschau.
