FDP KV Neuburg-Schrobenhausen - Raucher oder Nichtraucher, das ist die Frage!
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Raucher oder Nichtraucher, das ist die Frage!
(04.11.2010)
25. 9. 2007 DK
Stadtrat nimmt Rauchern die Kippe weg
Neuburg (DK) In der Kreisstadt brechen die schweren Zeiten für Raucher früher an. Einstimmig beschloss der Stadtrat gestern Abend, bereits ab 1. Oktober ein Rauchverbot für den Kinderbereich des Hallenbades zu erlassen.
Angestoßen wurde die Diskussion von Klaus Brems (FW), der darauf drängte, das Rauchen in diesem sensiblen Bereich zu verbieten. Zunächst sollte das Thema in den Werkausschuss verlagert werden. Das habe wenig Sinn, erinnerte Horst Gutjahr (SPD), denn eben dieser Werkausschuss habe sich als Entgegenkommen für den Kioskbetreiber gegen ein Rauchverbot ausgesprochen. "Der Beschluss des Werkausschusses ist zwei Jahre alt, den Ausschuss können wir auch überstimmen", erläuterte OB Bernhard Gmehling. Werkreferent Fritz Goschenhofer wollte eine so rasche Abstimmung verhindern. Eigentümer des Hallenbades seien die Stadtwerke. Die müssten gefragt werden. Der OB rückte ein weiteres mal gerade: Eigentümer sei natürlich die Stadt, die Stadtwerke sind lediglich Betreiber. Brems ließ nicht locker und drängte auf eine Abstimmung. Die fiel dann einstimmig zugunsten des Nichtraucherschutzes aus.
Über den muss sich das Jugendparlament in nächster Zeit ebenfalls Gedanken machen. Tobias Böcker (CSU) war unlängst am Jugendtreff Überlauf am Donauufer entlang gegangen und hatte dabei feststellen müssen: "Es haut einen fast um bei dem Rauch, der da aus den geöffneten Fenstern kommt." Gestern Abend insistierte er deshalb: "Das ist zumindest ein halböffentliches Gebäude. Wir müssen überlegen, was wir da machen." "Fenster zu", riet 3. Bürgermeister Michael Kettner (SPD). "Das war zwar eine originelle, aber keine sehr hilfreiche Bemerkung, Herr Kollege", gab Böcker zurück. In ernsthafteres Fahrwasser zurückgekehrt, wurde dann die Einigung erzielt, das Thema im Jugendparlament zu diskutieren und nach Lösungen zu suchen.
Zum Hallenbad kehrte anschließend Hans Mayr (CSU) zurück. Das habe dann geschlossen, "wenn die meisten Menschen frei haben", bedauerte Mayr. Er dachte dabei an Weihnachten und Neujahr. Beim Neujahrstag sei er derselben Meinung, räumte der OB ein, aber der erste Weihnachtsfeiertag gehöre doch der inneren Einkehr, der Ruhe und dem Kirchenbesuch. Hilfe erhoffte sich Gmehling von CSU-Fraktionschef und Werkreferent Fritz Goschenhofer. Der war angesichts Gmehlings Ausflug ins Ethische etwas sprachlos und meinte nur: "Was gibt’s jetzt dazu noch zu sagen."
Ein weiteres Thema, das ebenfalls nicht auf der recht trockenen Tagesordnung stand, ist der Kundendienst der Provinzialbibliothek. Der Oberbürgermeister war verspätet zur Sitzung erschienen, weil er zuvor versucht hatte, einer Gruppe von etwa 30 alten Damen aus Erlangen Zutritt zur Provinzialbibliothek zu verschaffen. Die ist überaus sehenswert und beeindruckend. Ein Mitarbeiter der Bibliothek (Namen wurden nicht genannt) hatte den Zutritt verweigert, weil der Raum bestuhlt und die Absperrung entfernt sei. "Man hat die Leute vor den Kopf gestoßen", ärgerte sich Goschenhofer, der ebenso wie OB und Bettina Häring (FDP) vergeblich darauf gedrängt hatte, dass die Besucherinnen zumindest einen Blick auf die historische Einrichtung werfen können. Das wollen OB und Stadträte nicht so hingehen lassen, schließlich sei die Stadt, so erinnerte Gmehling, zahlendes Mitglied im Freundeskreis Provinzialbibliothek.
von K.P. Frank