FDP KV Neuburg-Schrobenhausen - Rein in die Container!

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  • Rein in die Container!

    (11.08.2011)  



    30. Juli 2011 NR

    Kreisausschuss

    Raus aus der Schule, rein in die Container

    Landkreis kauft für 600000 Euro die Container an der Monheimer Straße. Isabella-Braun-Schule zieht nach Bittenbrunn, während das Landratsamt die Schulräume nutzt

    Wie von Werkleiter Franz Josef Simon (2. v. r.) empfohlen, werden die Schüler der Isabella-Braun-Schule im Herbst in die Container an der Monheimer Straße ausgelagert. Den Unterricht auf Jahre hinaus hier abzuhalten, darin sehen auch die Kreisräte Hans Scholz, Ernst Gebert und Benno Baur keine Probleme.
    Foto: Foto: Reichl

    Neuburg-Schrobenhausen Das Schulcontainer-Dorf an der Bernhard-Mazillis-Schule in Neuburg bleibt vorerst stehen. Denn Landrat Roland Weigert hat die Container kurzfristig für 600000 Euro gekauft. Dort sollen in den nächsten Jahren die 130 Schüler der Isabella-Braun-Schule unterrichtet werden. Die leer werdenden Räume der Schule wiederum will das Landratsamt nutzen, um einige Sachgebiete vorübergehend auszulagern.

    Diese Entscheidung musste in aller Eile getroffen werden, denn die Firma, von denen der Landkreis die Container angemietet hatte, wollte gestern eigentlich zum Abbau anrücken. Doch vor zwei Wochen hatte Weigert die Idee, die Container zu behalten. Grund: Die Isabella-Braun-Schule hinter dem Landratsamt muss dringend saniert werden. Gleichzeitig steht eine Brandschutzsanierung im Landratsamt an. Dazu hätten einige Sachgebiete in den Innenhof ausgelagert werden müssen. Doch jetzt kommt alles anders: Die Schüler ziehen ins Containerdorf, während die Landratsamtsmitarbeiter in die Schulzimmer wechseln.


    Durch diese Lösung können 370000 Euro Kosten für das Anmieten der Container eingespart werden. „Somit schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe“, gab Landrat Roland Weigert den Mitgliedern des Kreisausschusses zu verstehen, die am Donnerstag dem Kauf nachträglich zugestimmt hatten. Denn der Landkreis musste sich innerhalb von zwei Tagen dazu entscheiden, die Container zu kaufen. Ansonsten hätte sie die Firma, von denen die Container angemietet worden waren, wieder abgebaut und nach Augsburg verkauft. Nur durch eine schnelle Zusage konnte der Kauf über die Bühne gebracht und damit finanzieller Schaden für den Landkreis abgewandt werden. Genau dieser Grund berechtigte Landrat Weigert auch dazu, den Kaufvertrag zunächst im Alleingang zu unterschreiben.

    Zukunft der Isabella-Braun-Schule steht in den Sternen

    Förderschulrektor Ulrich Harbig sowie die Eltern der Kinder der Isabella-Braun-Schule begrüßen die Verlagerung grundsätzlich. Sie gehen aber davon aus, dass sie baldmöglichste eine neue eigene Schule erhalten. „Zehn Jahre warten wir aber nicht. Das muss in den nächsten zwei bis drei Jahren geschehen“, äußerten sich etliche der Väter und Mütter am Ende der Sitzung.

    Auch aus Gründen der Verkehrssicherheit erweist sich der Platz am Containerdorf an der Monheimer Straße als weitaus sicherer als auf dem beengten Areal am Landratsamt. Vor ein paar Jahren war dort eine Lehrerin von einem Schulbus an die Hauswand gedrückt worden. Nach Auskunft von Kreischef Roland Weigert ist die Pädagogin aufgrund der erlittenen Verletzungen immer noch berufsunfähig. Wann und wo die Isabella-Braun-Schüler einmal eine eigene Schule bekommen, dazu wollte und konnte Landrat Roland Weigert keine Aussagen treffen. Man bemühe sich, in den nächsten vier bis sechs Jahren etwas auf den Weg zu bringen. Bis dahin müsse man sich Gedanken über einen Standort für einen Neubau machen. Eine Konzeptplanung für ein Schulzentrum Bittenbrunn mit dem Sonderpädagogischen Förderzentrum und der Staatlichen Berufsschule sei bereits in Auftrag gegeben. Zwischen zehn und 20 Millionen Euro will der Landkreis dafür investieren.

    Diese Summe ließ Kreisrat Anton Kramer hellhörig werden, schließlich gehe es um viel Geld, das man im Moment nicht habe. Er forderte deshalb die Erstellung eines Plans, welche Projekte in den kommenden zehn Jahren auf den Landkreis zukommen. Während Kreisrat Reinhold Scholz den Landrat für dessen Mut zum Kauf des Containerdorfes beglückwünschte („Es war ein Glücksfall, die Verwaltung hat gut gearbeitet“), zeigte sich Kreisrat Lothar Klingenberg überrascht von der Höhe der Kaufsumme. Er habe dem Kauf im Vorfeld zwar zugestimmt, jedoch nicht wissend, dass der Betrag in einem solch hohen Bereich liege. Auch Alois Rauscher übte Kritik an der Ad-hoc-Entscheidung des Kreischefs, die in diesem Fall allerdings richtig gewesen sei. „So etwas muss aber eine Ausnahme bleiben“, fügte er an.

    Den Entwicklungen hinterherlaufen

    Erschrocken über die hohen Kosten zeigte sich auch Kreisrätin Annemarie Höcht. Gleichzeitig sei es für sie „ein Unding“, dass die Schüler gleich mehrere Jahre in den Container unterrichtet werden sollen. Ihre Meinung nach sollten die Isabella-Braun-Schüler „in zwei bis drei Jahren“ ein eigenes Gebäude haben.

    „Wir laufen den durch das Kultusministerium verursachten Entwicklungen ständig hinterher“, ärgerte sich Landrat Roland Weigert. Gleichzeitig solle man aber keine Zeiträume diskutieren, wann und wo was in Zukunft entstehen kann und soll. (mit clst)

    Manfred Reichl