FDP KV Neuburg-Schrobenhausen - So eine Gaudi!
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So eine Gaudi!
(07.11.2010)
19.02.2010 DK
Fraktionssprecher für zweite Gaudipiste
Neuburg (DK) Die Gaudipiste könnte schon in zwei Jahren eine Neuauflage erfahren. Das sieht nicht nur Oberbürgermeister Bernhard Gmehling so. Auch die Fraktionssprecher im Stadtrat geben der Winterparty, die der Stadt ob zu geringen Zuspruchs ein fünfstelliges Defizit hinterlässt, Zukunftschancen.
"Gut gefallen" hat Horst Winter (SPD) jene zünftige Mischung aus Gaudischlittenabfahrt und Livegesang. "Auch so etwas und nicht nur Stadttheater zählt zum Kulturprogramm", sagt er. "Für mich stellt sich nur die Frage, ob man beim nächsten Mal wieder eine holländische Gruppe wie die Hermes House Band verpflichten muss und ob die Werbestrategie für das Event richtig war", sagt Winter, der dem Hauptorganisator der Pistenparty, Stadt-Pressesprecher Bernhard Mahler, großes Lob für die Organisation zollt. Weitere Anregung des SPD-Mannes: "Das nächste Mal freien Eintritt für schlittenfahrende Familien und Gaudi-Contest-Zuschauer. Zahlen sollen nur die, die ins Konzert wollen." Winters Fazit: "Ich würde da jederzeit wieder hingehen. Aber man muss aus dieser Veranstaltung lernen und es das nächste Mal besser machen."
Ein bisschen zurückhaltender äußert sich Elfriede Müller, stellvertretende Sprecherin der CSU-Fraktion in punkto zweite Gaudipiste. Sie wolle erst das konkrete Endergebnis der Faschingssamstagsveranstaltung abwarten. "Mir wäre es lieber, wenn wir auf die Kosten gekommen wären", meint Müller. Abgesehen vom Defizit aber ist auch sie begeistert: "Das war eine Riesenfetzengaudi, bei der sehr viel geboten war. Nur schade, dass der Schnee sich nicht zum Schlittenfahren geeignet hat." Darüber hätten auch einige Eltern geklagt.
Heimische Band
Äußerst angetan zeigt sich auch Freie-Wähler-Sprecher Klaus Babel, vor allem auch vom "bis aufs i-Tüpfelchen ausgearbeiteten Konzept". Dass mit 2500 nur die Hälfte der Besucher, die für eine schwarze Null hinter dem Open Air notwendig gewesen wären, eine Eintrittskarte erwarben, mag für Babel unterschiedliche Gründe haben. "Vielleicht hat man die überregionale Werbung unterschätzt", mutmaßt er, "aber auf der anderen Seite kann man die Leute ja auch nicht hertragen". Sollte es die Gaudipiste wieder geben, müsse man laut Babel auch über ein Engagement heimischer Bands nachdenken "und überlegen, wo sich weitere Einsparpotenziale finden lassen". Besonders wichtig aber sei es für ihn, "dass die vielen freiwilligen Helfer, die voller Idealismus bei der Sache waren, wieder für so ein Ereignis zu begeistern sind".
Bettina Häring (FDP) fand "die Sache einfach toll und super organisiert", wünscht sich "auf jeden Fall eine Neuauflage" und leidet mit dem ob des überschaubaren Besucherzuspruchs enttäuschten Organisatoren "schon mit". Einziger Wermutstropfen für die FDP-Stadträtin: In diesem Fall – gerechnet wird mit einem Defizit zwischen 20 000 und 25 000 Euro – spreche der Oberbürgermeister davon, dass "das kein Beinbruch ist". Aber Kulturamtsleiter Dieter Distl, der im Mai vergangenen Jahres die erste Genießermesse im Schloss organisierte und dabei noch etwas tiefer in die roten Zahlen abrutschte, "hat von seinem Dienstherrn dafür eine Abmahnung kassiert". Das sei in ihren Augen "einfach unfair", obwohl bei der Feinschmeckermesse "zugegebenermaßen sicher vieles falsch gelaufen ist", erklärt Bettina Häring.
"Nicht gerührt"
Das sieht der Oberbürgermeister anders: Distl habe bereits im Vorfeld seiner Veranstaltung "gewusst, dass er mit dem vom Stadtrat genehmigten Defizit von 10 000 Euro nie und nimmer hinkommen wird. Das hätte er unbedingt rechtzeitig mitteilen müssen. Aber er hat sich nicht gerührt", begründet Bernhard Gmehling.
Eine zweite Gaudipiste 2012 – im nächsten Jahr wollen die Burgfunken wieder ihren Faschingsumzug machen – empfände er "als klasse Geschichte". 70 000 Euro habe der Stadtrat für die Erstauflage bewilligt. Ausgeschöpft werden müsse die Summe nicht. "Und Überraschungskosten wird es bei mir keine geben", sagt Organisator Bernhard Mahler, der in wenigen Tagen mit der Schlussbilanz der Gaudipiste rechnet.
von Petra Stengel