Über wie viele Brücken magst du gehen?
03.03.2011 DK
Mit Ringstraßen gegen den Kollaps
Heftig diskutiert Neuburgs FDP ihr Verkehrskonzept für die Innenstadt bei den liberalen Stadtgesprächen. - Foto: Heumann
Neuburg (DK) Ring statt Stau: Neuburgs FDP entdeckt für sich das vor zehn Jahren also doch nicht so ganz ad acta gelegte "Bessere Verkehrskonzept" neu, findet an vielem von damals aktuell wieder Gefallen.
Fernziel bleibt wohl die zusätzliche Donau-Querung, die sich die Liberalen eher unter dem Fluss denn als aufwendiges Brücken-Konstrukt vorstellen können. Das zeigte sich bei dem liberalen Stadtgespräch am Mittwochabend. Kurz- und wohl auch mittelfristig wird’s anderer Konzepte bedürfen, um den temporären, auffallend eng mit Schulbeginn und -ende verbundenen Innenstadt-Kollaps zu vermeiden – vor allem auch um die Attraktivität der sogenannten City zu stärken. Der Trend nämlich, zeigt sich FDP-Mann Andreas Schwierz bei der Gesprächsrunde überzeugt, gehe wieder dorthin zurück. Auch in Neuburg.
Ausgehend von dem im vergangenen Jahr von einer Stadtrats-Arbeitsgruppe verabschiedeten Abschlussbericht Verkehrsentwicklung, scheint sich für die FDP jetzt der Kreis zu schließen, und zwar ausgesprochen kreisförmig in Richtung Innenstadt-Ring – mit Luitpold- und Hirschenstraße als den beiden Hauptachsen und in Einbahnstraßen verwandelt. Idealiter würde der Verkehr dann hinter dem Bootshaus über eine zweite Brücke oder auch einen Donautunnel kreuzungsfrei aus der Innenstadt abfließen. Bis zu diesem fernen Zeitpunkt müsse aber mit dem Rest des Konzeptes auf keinen Fall gewartet werden. Auch so schon sollten sich wesentliche Verbesserungen einstellen. Ein zweiter Ring etwa würde parallel noch zur Ingolstädter Straße das gesamte Areal zwischen dieser und dem Damm umkreisen.
Die beiden Ringe passten umso besser in Augen der Liberalen, kommen auch noch die anderen Schwerpunkte aus dem kommunalen Ziele-Papier zum Tragen: Am Ende des Donaukais und als Gegenstück auf dem Areal der Lassigny-Kaserne sollen die zwei zentralen Sammelpunkte für die Schulbusse entstehen. Anders als vor zehn Jahren noch im "Besseren Verkehrskonzept" würde die Luitpoldstraße dann vom Busverkehr weitestgehend befreit, so die Vorstellung der Liberalen. Statt den Hofgarten angreifen zu müssen, könne es sogar mehr Grün geben – und mehr Parkplätze zusätzlich.
An der Einmündung Monheimer Straße und am Wirdeiereck sollen Kreisverkehre einen reibungslosen Verkehrsfluss sichern, ebenso die Vorfahrt der Münchener Straße stadtauswärts links abknickend in die Hechtenstrasse. Die Einbahn-Richtung in der Rosenstraße würde nach diesen Überlegungen umgedreht, das kurze Verbindungsstück zwischen Färber-/Schmidstraße und Hirschenstraße zugemacht, um ungewollte Abkürzungen zu verhindern. Und schon die allerersten Verkehrsplaner vor zehn Jahren meinen berechnet zu haben, dass ausreichend Fußgängerampeln mit einer grünen Welle für den fließenden Verkehr gekoppelt werden könnten, fließe dieser mit erwünschten 30 Stundenkilometern durch die Innenstadt – nicht schneller, aber eben auch nicht langsamer und ohne Staus. Würden auch die Wege auf mancher Strecke etwas länger, der Benzinverbrauch würde durch den Wegfall der Staus allemal geringer, so die Liberalen. Und anders als Brücke oder gar Donautunnel gäbe es all diese Maßnahmen relativ günstig und rasch realisierbar.
Donaukurier
Ein altes Thema mit ungeklärtem Ausgang
25.08.2009 Neuburger Rundschau
FDP hat sich viel vorgenommen
Neuburg In spätestens zehn Jahren soll das Asylbewerberheim in Neuburg geschlossen werden. Das ist zumindest der Zeitrahmen, den sich Sozialministerin Christine Haderthauer auf die Fahne geschrieben hat. Und das wiederum freut die FDP im Kreistag, denn die hat Anfang des Jahres eine Resolution auf den Weg gebracht, in der sie sich gegen die Unterbringung von Asylbewerbern in der Gemeinschaftsunterkunft ausgesprochen hat. Stattdessen forderten die Liberalen zusammen mit den Grünen, Flüchtlinge in privaten Wohnungen unterzubringen.
Mit ihrem Vorschlag stieß die Ausschussgemeinschaft im Kreistag auf offene Ohren bei der Sozialministerin. In ihrer Antwort auf die Resolution versprach sie, zunächst die Kapazität der Gemeinschaftsunterkunft „bedarfsabhängig“ zu reduzieren, um sie schließlich in spätestens zehn Jahren komplett aufzulösen.
„Wir freuen uns über die Antwort von Frau Haderthauer, wissen aber gleichzeitig, dass wir mit diesem Schreiben keine Rechtsgrundlage haben“, sagte Kreisrat Lothar Klingenberg gestern in einem Pressegespräch. Zusammen mit seinen Parteikollegen Bettina Häring und Andreas Schwierz gaben sie als „Trio kommunale“ (Klingenberg) einen Ausblick auf ihre Ziele. Dazu gehört auch, dass das Asylbewerberheim langfristig einer städtischen Nutzung zugeführt werden soll und nicht durch eine Wohnbebauung „zugepflastert“ wird. Schwierz kann sich beispielsweise vorstellen, bis auf die denkmalgeschützten Klinkersteinhäuser alle Gebäude abzureißen und dort einen Busbahnhof mit einer Fußgängerbrücke zum Descartes-Gymnasium zu errichten. „Der Verkehr wäre entzerrt und die Situation für die Schüler wesentlich sicherer als jetzt an der Luitpoldstraße“, argumentierte er.
Rundum-Verkehrskonzept ist notwendig
Überhaupt hat sich die FDP - wenn auch untereinander in Detailfragen nicht immer ganz einig - das Thema Verkehr auf die Fahnen geschrieben. Schwierz ist Mitglied der just neu gegründeten Arbeitsgruppe „Verkehr“ der Stadt. „Wir brauchen eine langfristige Planung, ein echtes Konzept“, fordert der Neuling im Stadtrat. Dann könnten auch nicht solche dringend benötigten Dinge wie eine weitere Überquerung der Donau scheitern, wie zuletzt die Idee mit einer Fußgängerbrücke am Brandlbad.
Wenn das Jahr Schonfrist vorbei ist, das der OB mit den Brücken-Gegnern ausgehandelt hat, will die FDP das Projekt wieder auf die Tagesordnung heben. „Ich bin bereit, weiter dafür zu kämpfen“, sagt Stadträtin Bettina Häring, die es sehr schade findet, dass sich Gmehling von diesem Projekt hat abbringen lassen. Häring möchte vor allem eine Alternative zur bisher angedachten Notfallbrücke zur Debatte stellen. „Ein Steg für Fußgänger und Radfahrer wäre allein schon eine gute Sache“, so die FDPlerin.
Kleine und große Querung der Donau schaffen
In einem Atemzug mit der Fußgängerquerung nennen die drei Räte der FDP auch eine Lösung für den Autoverkehr. Doch - und da sind sich die Drei einig - eine Brücke nach Joshofen sei kaum mehr zu verwirklichen. Stattdessen soll eine Planung für eine Untertunnelung der Donau angestrebt werden. Die sollte dann aber nicht zu weit im Osten verlaufen, sondern in eine Parallelstraße der Ingolstädter Straße führen und auf Höhe des Marktkaufs an bestehende Straßen anknüpfen.
von Claudia Stegmann und Barbara Feneberg
mehrSo eine Gaudi!
19.02.2010 DK
Fraktionssprecher für zweite Gaudipiste
Neuburg (DK) Die Gaudipiste könnte schon in zwei Jahren eine Neuauflage erfahren. Das sieht nicht nur Oberbürgermeister Bernhard Gmehling so. Auch die Fraktionssprecher im Stadtrat geben der Winterparty, die der Stadt ob zu geringen Zuspruchs ein fünfstelliges Defizit hinterlässt, Zukunftschancen.
"Gut gefallen" hat Horst Winter (SPD) jene zünftige Mischung aus Gaudischlittenabfahrt und Livegesang. "Auch so etwas und nicht nur Stadttheater zählt zum Kulturprogramm", sagt er. "Für mich stellt sich nur die Frage, ob man beim nächsten Mal wieder eine holländische Gruppe wie die Hermes House Band verpflichten muss und ob die Werbestrategie für das Event richtig war", sagt Winter, der dem Hauptorganisator der Pistenparty, Stadt-Pressesprecher Bernhard Mahler, großes Lob für die Organisation zollt. Weitere Anregung des SPD-Mannes: "Das nächste Mal freien Eintritt für schlittenfahrende Familien und Gaudi-Contest-Zuschauer. Zahlen sollen nur die, die ins Konzert wollen." Winters Fazit: "Ich würde da jederzeit wieder hingehen. Aber man muss aus dieser Veranstaltung lernen und es das nächste Mal besser machen."
Ein bisschen zurückhaltender äußert sich Elfriede Müller, stellvertretende Sprecherin der CSU-Fraktion in punkto zweite Gaudipiste. Sie wolle erst das konkrete Endergebnis der Faschingssamstagsveranstaltung abwarten. "Mir wäre es lieber, wenn wir auf die Kosten gekommen wären", meint Müller. Abgesehen vom Defizit aber ist auch sie begeistert: "Das war eine Riesenfetzengaudi, bei der sehr viel geboten war. Nur schade, dass der Schnee sich nicht zum Schlittenfahren geeignet hat." Darüber hätten auch einige Eltern geklagt.
Heimische Band
Äußerst angetan zeigt sich auch Freie-Wähler-Sprecher Klaus Babel, vor allem auch vom "bis aufs i-Tüpfelchen ausgearbeiteten Konzept". Dass mit 2500 nur die Hälfte der Besucher, die für eine schwarze Null hinter dem Open Air notwendig gewesen wären, eine Eintrittskarte erwarben, mag für Babel unterschiedliche Gründe haben. "Vielleicht hat man die überregionale Werbung unterschätzt", mutmaßt er, "aber auf der anderen Seite kann man die Leute ja auch nicht hertragen". Sollte es die Gaudipiste wieder geben, müsse man laut Babel auch über ein Engagement heimischer Bands nachdenken "und überlegen, wo sich weitere Einsparpotenziale finden lassen". Besonders wichtig aber sei es für ihn, "dass die vielen freiwilligen Helfer, die voller Idealismus bei der Sache waren, wieder für so ein Ereignis zu begeistern sind".
Bettina Häring (FDP) fand "die Sache einfach toll und super organisiert", wünscht sich "auf jeden Fall eine Neuauflage" und leidet mit dem ob des überschaubaren Besucherzuspruchs enttäuschten Organisatoren "schon mit". Einziger Wermutstropfen für die FDP-Stadträtin: In diesem Fall – gerechnet wird mit einem Defizit zwischen 20 000 und 25 000 Euro – spreche der Oberbürgermeister davon, dass "das kein Beinbruch ist". Aber Kulturamtsleiter Dieter Distl, der im Mai vergangenen Jahres die erste Genießermesse im Schloss organisierte und dabei noch etwas tiefer in die roten Zahlen abrutschte, "hat von seinem Dienstherrn dafür eine Abmahnung kassiert". Das sei in ihren Augen "einfach unfair", obwohl bei der Feinschmeckermesse "zugegebenermaßen sicher vieles falsch gelaufen ist", erklärt Bettina Häring.
"Nicht gerührt"
Das sieht der Oberbürgermeister anders: Distl habe bereits im Vorfeld seiner Veranstaltung "gewusst, dass er mit dem vom Stadtrat genehmigten Defizit von 10 000 Euro nie und nimmer hinkommen wird. Das hätte er unbedingt rechtzeitig mitteilen müssen. Aber er hat sich nicht gerührt", begründet Bernhard Gmehling.
Eine zweite Gaudipiste 2012 – im nächsten Jahr wollen die Burgfunken wieder ihren Faschingsumzug machen – empfände er "als klasse Geschichte". 70 000 Euro habe der Stadtrat für die Erstauflage bewilligt. Ausgeschöpft werden müsse die Summe nicht. "Und Überraschungskosten wird es bei mir keine geben", sagt Organisator Bernhard Mahler, der in wenigen Tagen mit der Schlussbilanz der Gaudipiste rechnet.
von Petra Stengel

