FDP KV Neuburg-Schrobenhausen - Zuschuss für die Hutschau
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Zuschuss für die Hutschau
(16.09.2011)
12. September 2011 NR
Finanzausschuss
Stadt kappt Zuschuss für die Hutschau
Anstatt der zuletzt gewährten 4000 Euro gibt’s heuer nur die Hälfte
von Manfred Rinke
Neuburg Nur noch mit 2000 anstatt der in den vergangenen drei Jahren gewährten 4000 Euro beteiligt sich die Stadt an den Werbekosten für die Hutschau, die Ute Patel-Mißfeld heuer im elften Jahr in Neuburg ausrichtet. Der Antrag auf die volle Summe war bei Stimmengleichheit (6:6) abgelehnt worden. Die niedrigere Zuschusshöhe ging mit 8:4 durch. Gleichzeitig muss die Veranstalterin im kommenden Jahr Rechnungen vorlegen, was sie für Werbung in Print, Rundfunk und Fernsehen ausgegeben hat.
Obwohl eine detailliertere Aufstellung wiederholt gefordert worden sei, lag auch diesmal eine nach Meinung von OB Dr. Bernhard Gmehling nur „wenig aussagekräftige“ Kostenauflistung vor, mit der Ausgaben (77430 Euro) und Einnahmen (73400 Euro) aufgezeigt wurden. Außerdem wehrte sich das Kulturamt gegen den Vorwurf Patels, dass man die Werbung, die die Stadt für die Hutschau betreibe, mit der Lupe suchen müsse. In einem Schreiben legte Distl dar, dass sich der Gesamtwert dafür auf 15000 Euro belaufe. Außerdem stellte er in Frage, ob die beantragten 4000 Euro gut angelegt seien, wenn Patels Mann als Stadtrat in einem Schreiben nach England an Neuburg ohnehin nichts Attraktives und Lebenswertes finde.
Damit war man bei der Ryder-Cup-Bewerbung und dem Brief der Bürgerinitiative angelangt. Wegen dieses Schreibens, so Bettina Häring (FDP), dürfe man die Zusage des Zuschusses nicht verweigern. Schließlich sei es in Deutschland ein hohes Gut, eine eigene Meinung äußern zu dürfen. Dass man das Verhalten der Gegner mit diesem Brief verurteilen könne, sei eine andere Sache. „Aber man kann eine Familie dafür nicht ein Leben lang in Sippenhaft nehmen“, sagte Häring. Die Stadt profitiere von der Hutschau enorm. Sie gehöre neben Schlossfest und Sommerakademie zu den überregional bedeutendsten für Neuburg. Diese Meinung vertraten auch der Freie Wähler Klaus Babel („Mit den Herrschaftszeiten im Herbst hat Neuburg ein Magnet“) und Richard Kuttenreich (SPD). Er akzeptierte eine Vermischung zwischen der Ryder-Cup-Kritik und der Hutschau nicht. Für ihn sei es ein normaler Antrag, dessen Höhe sich nach der Außenwirkung richte. Auch für FW-Sprecher Roland Harsch ist in erster Linie die Messbarkeit der Leistung wichtig. Deshalb verlangte er Rechnungen über die Kosten für Werbung in Print, Radio und Fernsehen. „Dann weiß ich, was die Stadt davon hat.“
Heinz Enghuber wollte die Ryder-Cup-Kritik keinesfalls von der Hutschau trennen. „Das tun ja die Patels auch nicht.“ In dem Schreiben nach England erdreisten sich die Gegner im Namen einer ganzen Stadt zu sprechen. Mit der negativen Darstellung Neuburgs seien sie weit übers Ziel hinausgeschossen. „Da geht es nicht darum, eine andere Meinung zu haben. Es kommt darauf an, wie ich für etwas eintrete.“
Rüdiger Vogt (CSU) schlug vor, dass der Zuschuss um die Hälfte gekappt werde, ohne die Zusicherung, dass er auch nächstes Jahr gewährt werden könne. Die Hutschau sei ohne Frage etwas Außergewöhnliches für Neuburg. Allerdings sei sie eine rein private, kommerzielle Veranstaltung, bei der der Veranstalter, wie allgemein üblich, das Risiko trage. Und wenn die Rechnung nicht aufgehe, dann müsse man eben die Ausgaben reduzieren.
Die 2000 Euro fanden schließlich die Mehrheit. Wie bei Töpfermarkt oder Weinbörse gibt’s dazu 50 Prozent Mietnachlass für die genutzten städtischen Räume. Dazu kommt die „massive Werbung der Stadt, die von Ute Patel-Mißfeldt aber nicht geschätzt wird“, so Gmehling.